Wie man Autos mit Instagram fotografiert

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….am besten gar nicht. Es liegt am Format. Emotionale Menschen sollten es trotzdem tun, die anderen über eine Alternative nachdenken.

Instagramfotos überfluten das Web. Gefühlt scheint jedes 2. mit dem Handy geschossene Foto, das die Menschen in ihren sozialen Web-Biotopen präsentieren mit der Fotoverfremdungssoftware bearbeitet worden zu sein. Daran ist nichts auszusetzen – wäre da nicht das quadratische Bildformat, das Instagram seinen Usern aufzwingt.

Das quadratische Bildformat (6×6) macht den meisten Instagramfotos den Garaus. Man braucht keine künstlerische Ausbildung, um zu sehen, dass das Quadrat keine räumliche Tiefe abbilden kann. Damit Objekte, Häuser, Inneneinrichtungen oder Autos zu fotografieren ist sinnlos – es sei denn, man fotografiert nur Teile davon, Ausschnitte, oder ist bewandert in der Bildkomposition.

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Wo ist die räumliche Tiefe? Weg. Das Format hat sie aufgrefressen.

Wenn man weiß, wie man mit Instagrams absonderlichem Bildformat umgehen muß, kann man damit brauchbares Bildmaterial produzieren. Ideal sind Motive mit geringer Tiefe, die die wesentliche Bildinformation bereits in einer zweidimensionalen Ansicht transportieren: Die Front eines Autos, Scheinwerfer, Embleme, Lenkräder, Reifen. Oder Pizza, Torten und Zehenspitzen.


Geeignet: Logo


Geeignet: Motive mit geringer Tiefe


Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Und fotografiert.Quadratisch? Passt.

Dass ausgerechnet jene Foto-App, die den Usern das ungeeignetste aller möglichen Bildformate aufzwingt, dennoch so erfolgreich ist, hat einen wichtigen Grund: Instagram ist emotional.

Man tippt auf den Bildschirm und fügt dem Foto schon beim Enstehen das passende Gefühl hinzu (Filter). Das ist eine ganz neue Art zu fotografieren. Gefühlsfotografie, sozusagen. Ideal für einen kalten, leblosen Ort wie das Web.

Dank des hohen Emo-Faktors kann man bei Instagram alles falsch und gleichzeitig alles richtig machen. Sind Motiv und Filter richtig gewählt, ist die Wirkung des Fotos so stark, dass die Regeln der klassischen Bildkomposition wieder aufgehoben sind.


OMG, ich habe Oldschool-Gefühle – trotz schlechter Bildaufteilung

Wer keine quadratischen Fotos will, aber auch nicht auf die Effekte verzichten möchte, sollte sich “Photo Effect Studio” im itunes Store ansehen. Die kostenlose App für das iphone bietet nahezu identische Filter und darüberhinaus noch zusätzliche Möglichkeiten der Bildbearbeitung. Photo Effekt Studio ist allerdings eine reine Nachbearbeitungsapp. Die Auswirkung der Filter auf das Foto werden nicht als Preview angezeigt. Es tut der Qualität des Programms keinen Abbruch. Ich arbeite gerne damit. Hier sind die Fotos, die ich durch P.E.S geschleift habe.

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13 comments

  1. Kai // motoBlog

    Moin und vielen Dank für den hilfreichen Artikel. Ich hab Instagram ebenfalls noch nicht mal installiert. Bin aber sowieso eher Fan von “echten” Fotos – muss man sich eben etwas Mühe geben…

  2. bycan

    Ich glaube ja der einzige Grund für das quadratische Format ist die Tatsache dass man so bei einer Thumbnailgallerie immer gleichgroße Thumbnails hat.. Der kleinste gemeinsame Nenner aller Formate sozusagen ^^

  3. erkan dörtoluk

    Ihr verzichtet auf Instagram? Dann macht ihr alles richtig. Das Format ist zum abgewöhnen. Die Art und Weise, wie die Filter die Farben vom Fahrzeuglack zerschlagen auch. Quadratische Bilder…Sowas kann nur einem Nerd einfallen. Can hat recht: Im Grunde geht´s nur um Thumbnail-Logistik. Die Ästhetik geht dabei flöten.

  4. erkan dörtoluk

    Fotos, produziert mit 6×6 Fotoapps hängen inzwischen in Museen. Instagram kann also was – wenn man´s richtig benutzt. Der Weg zum quadratischen Format ist lang und mühsam, der Artikel hier eine Abkürzung. Und ein Statement: Vergesst den Gruppenzwang, Instagram ist nicht zwingend notwendig. Fotografen und Publisher sollten sich´s ansehen, damit sie wissen, worum es geht.

  5. Jens

    Habe Instagram noch nie benutzt. Fühlte mich bis heute “out” – ab heute fühle ich mich verstanden!

  6. Heike

    Mir wurde dein Artikel verlinkt. ;-) Finde ich interessant zu lesen. Ich Instagramme ständig. Zuletzt übrigens rund um ein Auto:
    http://www.koeln-format.de/2012/07/16/in-der-neuen-a-klasse-durch-slowenien-der-testdrive-per-instagram/
    Was mich an deinem Artikel ‘stört’ bzw. dem Instagram-Format recht gibt – das Quadrat holt gerade für Blogbeiträge die perfekte Größe raus. Fotos werden dadurch so groß wie möglich gezeigt, unwichtiges fällt weg. Vergleich mal die Größe deiner nicht-Instagram Bilder mit den quadratischen. Die anderen sind mini und alle unterschiedlich groß. Was mir nicht gefällt. Wichtig bei Instagram ist eben, dass man während der Aufnahme schon quadratisch denkt. Übrigens schneide ich ab und an auch Bilder meiner D7000 quadratisch zu… liebe Grüße, Heike

    • erkan dörtoluk

      Ein Artikel, der mit “Love” beginnt schreit geradezu nach Instagram. Es ist stringent. Fotos im Stile Becher´scher Sachlichkeit wären nicht authentisch. Ich finde Deine Fotos super – Es sind aber nur Ausschnitte und wenn ich sie mir lange ansehe, umso mehr bekomme ich das Gefühl, dass Informationen fehlen.

      Mit der Annahme, dass unwichtiges wegfällt, wenn Du quadratisch denkst und fotografierst liegst Du bei Autos und vielem anderen total falsch. Es passiert genau das Gegenteil: Das Auto ist 4m lang und 1, 8m hoch. Wenn Du eine komplette Seitenansicht fotografieren willst (4m), musst Du in der Höhe ebenfalls 4 Meter einrechnen. Wenn das Auto 1,8m von der Höhe einnimmt, bleiben 2,2m nutzlose Information. Damit räumst Du dem Hintergrund eine größere Wichtigkeit ein, als dem Auto. Im Querformat wäre es deutlich weniger. Ein Beispiel? Foto 25, das mit Teymur in der roten A-Klasse. Schönes Stimmungsfoto aber zuviel Kulisse für ein Autofoto. Der Wald war Dir wichtiger als das Auto und der Fahrer. Das ist die Information, die das Foto übermittelt.

      Anderes Beispiel? Foto 014 mit den Benzos im Sonnenuntergang. Tiefe? Weite? Stimmung? Eine dominante Holzbank, viel Himmel und ein bisschen Auto. Es fällt mir schwer, zu unterscheiden, was wichtig und was unwichtig ist.

      Mal abgesehen, dass sich quadratische Fotos im Mediengeschäft nur schwer verkaufen lassen – weil es keine quadratischen Bildschirme, Smartphones, Magazine oder Zeitungen gibt – ist das Format auch einfach anstrengend. Es entspricht nicht dem menschlichen Sichtfeld.

      • Heike

        Ich verstehe was du meinst, aber zum Glück habe ich mich von jedem ‘man sollte weil’ Druck befreit und ich mag Teymurs Foto WEIL der Wald ein wichtiges Bildelement ist WEIL Teymur da gerade raus kam – denn er hatte seine Autobilder dort gemacht… wirklich anstrengend finde ich Bilder, die alle unterschiedlich groß sind… liebe Grüße…

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